Zum 8. Mai 2017

9. Mai 2017

blumen_08.05.17 Ihnen allen, die Sie an diesen Ort gekommen sind, um den Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus zu begehen, Ihnen, die Sie morgen am 9. Mai den Tag des Sieges feiern werden, unseren Gruß und Dank.
Während in Frankreich der Tag der Befreiung Nationalfeiertag ist, gelang es in der Bundesrepublik Deutschland bisher nicht, diesen so bedeutsamen Tag in den hohen Rang zu heben.

Im zweiundsiebzigsten Jahr nach der bedingungslosen Kapitulation des so genannten Großdeutschen Reiches und der Befreiung des deutschen Volkes vom faschistischen Terror ist es notwendig, darauf zu verweisen, dass dieser von Deutschen entfesselte Krieg schätzungsweise 65 Millionen Opfer forderte, dass allein die Völker der Sowjetunion 27 Millionen Kriegstote zu beklagen hatten. Zum 8. Mai 2017 weiterlesen »

Monatsprogramm Mai 2017

28. April 2017

Montag, 1. Mai, ab 10:00 Uhr
25. Brückenfest
Nördliche Oderpromenade
Der BdA wird mit einem Infostand am Brückenfest teilnehmen.

Montag, 8. Mai, 17:00 Uhr
Sowjetisches Ehrenmal
Lindenstraße
Gedenken zum Tag der Befreiung
Blumen können am Ehrenmal erworben werden.

Termine Februar 2017

2. Februar 2017

Freitag 24.Februar 2017
15:00 Uhr, Volkssolidarität Logenstraße 1
DIE ARMEN UND DIE REICHEN Kinderarmut, ein Armutszeugnis dieser
Gesellschaft
Referent: Norbert Leitzke
Veranstalter: RotFuchs

Rede Liebknecht Luxemburg Gedenken 2017

22. Januar 2017

gh_143506Traditionell treffen wir uns am Anfang des Jahres, um Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts zu gedenken.
In diesem Jahr kommt hinzu, dass mit unvergleichbar höherem Aufwand des Beginns der Reformation und der Rolle Martin Luthers gedacht werden wird.
Luther und Liebknecht!
Am 24. Juni 1909 trug Karl Liebknecht den Abgeordneten des Preußischen Landtags folgendes vor:
»Es war ein Reformator namens Bucerus, ein Freund von Luther und Zwingli […], der im Jahre 1526 gesagt hat […]: ‘Wenn man den Wölfen befiehlt, dass sie Schafe hüten sollen, oder den Katzen, dass sie die Bratwürste warten sollen, mag man wohl bedenken, wie sie behütet werden. Gleicherweise ist jetzt der arme Mann behütet.’ […]1«
Da ich Bucerus und Liebknecht bemühe, um gesellschaftliche Missverhältnisse anzudeuten, plagt mich fast das Gewissen, hörte ich doch gerade in der letzten Bundespräsidentenrede, dass wir in einem Land leben, das »das beste, das demokratischste Deutschland [ist], das wir jemals hatten.«2
Dass dieser Pastor keine Bodenhaftung hat und Ungeist nicht wahrzunehmen vermag, ist nicht neu.
Ich stelle jedoch die Frage, wie wohl die neuste »Super-Fregatte« F125 das Beste und das Demokratischste in Deutschland befördert.
Diese Fregatte, heißt es, sei der neue Stolz der Marine. Die erste ist es von vieren diesen Typs für 3,1 Milliarden Euro. Der Wirtschaftsjournalist der »Welt«, Olaf Preuß, schrieb dazu: » Jede F125 […] hat den Wert einer Elbphilharmonie.«3 Und dann wurden ihm die Kniee weich und der Magen flau, »Relingwetter für Landratten«, charakterisierte er seinen Schwächeanfall.
Dieses Schiff »kann mit [seinen] ferngesteuerten Maschinengewehren Piraten bekämpfen [die sich bekanntlich in deutscher Ost- und Nordsee in Massen tummeln] und mit ihren Speed-Booten Spezialkräfte anlanden. [Es] trägt Distanzwaffen wie die neue 127-Millimeter-Kanone mit bis zu 80 Kilometer Reichweite und die Abschussvorrichtung für ‘Harpoon’ Flugkörper mit bis zu 140 Kilometer Reichweite [...]«4
Bucerus: »Gleicherweise ist jetzt der arme Mann behütet.«
Nein! Das Karzinom Krieg wird in seinem Wachstum durch NATO-Metastasen beschleunigt. Auch durch die nach Litauen verlegte Panzertruppe der Bundeswehr: 600 Frauen und Männer, 26 Panzer, 170 Militärfahrzeuge. Einhundert Kilometer von der russischen Enklave Kaliningrad entfernt wird der deutsche Stützpunkt eingerichtet. Keine Rede von einem Angebot der Vernunft.
Nein! Panzer sind es aus dem » beste[n], demokratischste[n] Deutschland, das wir jemals hatten.« Wohl ein Grund, dringend den Wahrheitsgehalt präsidialen Geredes anzuzweifeln.

Der Maler Max Liebermann sprach nach dem 30. Januar 1933 in Berliner Mundart:» Ick kann jar nich so ville fressen, wie ick kotzen möchte.«5
Dieses drastische Zitat bezieht sich ebenso auf das ausgebliebene NPD-Verbot. Es scheint in Deutschland permanente Ursachenresistenz zu bestehen.
1956 war es eine angebliche aggressiv-kämpferische Grundhaltung und die marxistisch-leninistische Orientierung, die das bis heute gültige Verbot der KPD begründete.
Da ist eine verfassungsfeindliche Partei, deren aggressiv verbreitete Naziideologie seit 1990 zweihundert Menschen das Leben kostete, gerichtsnotorisch so unbedeutend, dass man sich nicht getraut, ihr die Legalität zu entziehen. Wie auch, wenn ein Beamter des Staates, seines Zeichens Geschichtslehrer, folgenlos seine offensichtlichen Vorbilder Hitler und Goebbels in Dresden, in der »Stadt des Widerstandes« kopieren darf. Die NPD ist für ein Verbot zu unbedeutend, genau wie der Postkartenmaler aus Braunau – und der setzte die Welt in Flammen. Versöhnlerisch heißt es, man müsse sich politisch mit den Nazis auseinandersetzen. Das wäre schon 52 Jahre möglich und dringend nötig gewesen, denn so lange existiert dieser braune Haufen.
In einem Flugblatt des Spartakusbundes vom Mai 1905 schrieb Karl Liebknecht:
»Die Feinde des Volkes rechnen mit der Vergesslichkeit der Massen – wir setzen dieser Spekulation entgegen die Losung: Alles lernen, nichts vergessen!«6
Verhalten wir uns und handeln wir in diesem Sinne!

Gerhard Hoffmann
Januar 2017

Anmerkung:

Silvia Gingold, Friedensaktivistin, Antifaschistin, Tochter der Widerstandskämpfer Etti und Peter Gingold klagt in Hessen gegen ihre seit den 1970er Jahren durchgeführte Überwachung durch den Verfassungsschutz. Als Begründung für die anhaltenden Spitzelei wird vom Verfassungsschutz u.a. angeführt, dass sie sich im Umfeld von Personen und Gruppen aufhalte, die als extremistisch eingestuft werden – vom Verfassungsschutz! Es heißt, Silvia Gingold sei für die VVN-BdA aktiv, die sich auf den Schwur von Buchenwald beruft, der sich, so der Verfassungsschutz, auf die Dimitroffsche Faschismustheorie stütze. Insofern lehne die VVN-BdA die freiheitlich demokratische Grundordnung ab.
Ich erkäre: Den Schwur von Buchenwald leisteten 21.000 Überlebende angesichts von 56.000 Toten. Es ist eine bodenlose Gemeinheit, dass Opfer und Überlebende des faschistischen Terrors durch Beamte der BRD in dieser Art und Weise folgenlos beleidigt werden dürfen. Diese ahistorische und triefend antikommunistische Denkart befördert genau den Populismus, über den momentan Betroffenheit geheuchelt wird.
Meine Solidarität gilt Silvia Gingold und all meinen so genannten linksextremistischen Freundinnen und Freunden.

Gerhard Hoffmann
22. Januar 2017

1 Liebknecht, Karl: Ausgewählte Reden, Briefe und Aufsätze. Dietz-Verlag, Berlin 1952. S. 135 f. 2 http://www.spiegel.de/politik/deutschland/joachim-gauck-abschiedsrede-des-bundespraesidenten-im-wortlaut-a-1130505.html; gh 20.Januar 2017. 3 Zitiert nach: Huth, Stefan: Landratte des Tages: Olaf Preuß. In: junge Welt, 16. Januar 2017. 4 Ebenda. 5 Küster, Bernd: Max Liebermann. Ein Malerleben. Ellert & Richter. Hamburg 1988. S. 216 6 Liebknecht, Karl: Ebenda S. 297

Termine Januar 2017

9. Januar 2017

12.01.17 18:30 Uhr
Frankfurt (Oder), Bahnhof
Kundgebung gegen die Nato Truppenverlegung

22.01.17 10:00 Uhr
Frankfurt (Oder), R.-Luxemburg-Straße OdF Ehrenmal
Luxemburg-Liebknecht-Ehrung

27.01.17 18:00 Uhr
Kleist-Forum
Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Aufruf: Kundgebung am Donnerstag 12.01.17

9. Januar 2017

Truppenverlegung stoppen – für Entspannung und Abrüstung!

Kundgebung am Donnerstag 12.01.17 ab 18:30 Uhr Frankfurt (Oder), Bahnhof

Aufruf:

Bis zum 20. Januar sollen US-Kriegsgerät und die dazugehörigen Soldaten ihre Ziele in Osteuropa, vor allem Polen, erreichen. Es geht um 2.500 Ladungsstücke, darunter Gefechtsfahrzeuge und Panzer für insgesamt 4.000 US-Soldaten. Die Route führt u.a. durch die Bundesländer Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und wird voraussichtlich auch Frankfurt (Oder) passieren. Die Bundeswehr übernimmt die gesamte Logistik dieser Militäroperation. Aufruf: Kundgebung am Donnerstag 12.01.17 weiterlesen »

Termine November 2016

2. November 2016

Donnerstag, 3. November 2016
Buchenwald-Chronik faschistischer Unmenschlichkeit
Gerhard Hoffmann stellt das
„Lexikon Buchenwald 1937-1945“ vor.
15:00 Uhr, Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde
Halbe Stadt 30
Veranstalter.: RotFuchs u. Jüdische Gemeinde

Freitag, 04. November 2016 19 Uhr Kontaktladen Berliner Str. 24
Buchvorstellung: “Konzentrationslager Buchenwald 1937 bis 1945. Kleines Lexikon”
mit Gerhard Hoffmann (VVN-BdA Frankfurt (Oder)
Veranstalter: Utopia e.V.

Sonnabend, 5. November 2016
„Spurensuche in Belarus“
Belarussisches Reisetagebuch – Notizen, Begegnungen
und Betrachtungen eines heute Neunzigjährigen
Veranstalter: Ökumenische Friedensdekade
16:00 Volkssolidarität, Logenstr. 1

Mittwoch, 9. November 2016
Gedenken an Pogromnacht 1938
18:00 Uhr Gedenkveranstaltung am Gedenkstein Brunnenplatz
19:30 Uhr Konzerthalle
Gedenkkonzert, Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt
-Eintritt frei-

Donnerstag, 10. November 2016
„Crosing the River“ mit Victor Grossman
- ein Leben für Frieden und Gerechtigkeit
Veranstalter: Ökumenische Friedensdekade
19:00 Uhr im Saal der Gertraudkirche

Freitag, 11. November 2016
19:00 Uhr Kontaktladen Berliner Str. 24
Lesung: “Retrofieber. Wenn Neonazis ostdeutsche Straßen wiedererobern” mit Sören Kohlhuber (Journalist)
Veranstalter: Utopia e.V.

Dienstag, 15. November 2016
„Der Tod, die Waffen, das Schweigen -
das Oberndorfer Syndrom“
Ein bewegender Film über eine kleine Schwarzwaldstadt,
die von der Waffenproduktion lebt.
Veranstalter: Ökumenische Friedensdekade
19:00 Uhr Mehrgenerationenhaus Mikado, Saal

Donnerstag, 17. November 2016
18:00 Uhr Modernes Theater Oderland Ziegelstraße 28a
Theater: A-wie Aufklärung
ein Stück über Verfassungsschutz und NSU, präsentiert vom Nö-Theater
Veranstalter: Utopia e.V.

Freitag, 25. November 2016
19:00 Uhr  Kontaktladen Berliner Str. 24
Infoveranstaltung:
“Der III. Weg” in Brandenburg
mit Antifaschist*innen aus Brandenburg
Veranstalter: Utopia e.v.

Rede zum Gedenktag an die Opfer des Faschismus 2016

15. September 2016

20160911_094704Am 11. September 1948, einem Sonnabend, fand im damals noch provisorischen Rathaussaal in der Frankfurter Logenstraße eine Außerordentliche Stadtverordnetenversammlung zur Ehrung der gefallenen Opfer des Naziregimes statt.

Oberbürgermeister Oskar Wegener begrüßte die Anwesenden . Im Protokoll heißt es:
»Zur Einleitung der Feier spielt das verstärkte Orchester des Stadttheaters unter der Leitung von Hans Borlisch den 1. und 2. Satz der 5. Sinfonie c-moll von Ludwig van Beethoven, der Schauspieler Rolf Schlösser liest aus >Reportage unter dem Strang< [von Julius Fučik] und der Schülerchor der 4. Grundschule singt >Die Gedanken sind frei<«.¹
(Erstaunlich, was im September 1948 in dieser Stadt möglich war.)

Dann ging der Bürgermeister Willy Jentsch ans Rednerpult, ein Überlebender des Naziregimes.
Am 6. März 1933 von den Nazis in das KZ Sonnenburg geprügelt, entließ man ihn im September 1933 wieder. Er nahm die illegalen Kampf auf , schuf die illegale sozialdemokratische Widerstandsgruppe »Max«. Im Dezember 1935 wurde er wieder verhaftet und zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Verbüßung der Haftstrafe in den Zuchthäusern Luckau und Zwickau verbrachten ihn die Nazis ins Konzentrationslager Buchenwald. Rede zum Gedenktag an die Opfer des Faschismus 2016 weiterlesen »

Redebeitrag Weltfriedenstag 2016

2. September 2016

Bertolt Brecht lässt in seinem Stück den Galilei im Schlussmonolog sagen:

» […] Die Bewegungen der Himmelskörper sind übersichtlicher geworden; immer noch unberechenbar sind den Völkern die Bewegungen ihrer Herrscher […]
Ich halte dafür, daß das einzige Ziel der Wissenschaft darin besteht, die Mühseligkeit der menschlichen Existenz zu erleichtern. Wenn Wissenschaftler, eingeschüchtert durch selbstsüchtige Machthaber, sich damit begnügen, Wissen um des Wissens willen anzuhäufen, kann die Wissenschaft zum Krüppel gemacht werden, und eure neuen Maschinen mögen nur neue Drangsal bedeuten. Ihr möget mit der Zeit alles entdecken, was es zu entdecken gibt, und euer Fortschritt wird doch nur ein Fortschreiten von der Menschheit weg sein […]«1

Galilei starb 1642, Brecht schrieb sein Schauspiel 1938/39, die Gedanken scheinen mir höchst aktuell.

Ich erinnerte mich des Textes und suchte ihn heraus, als ich davon las, dass 1128 Wissenschaftler vom türkischen Präsidenten als eine »Bande ignoranter, dunkler Gestalten« und »Landesverräter« bezeichnet wurden und dass er von der Justiz verlangte, alles Notwendige gegen den »Verrat« und die »Pseudo-Wissenschaftler« zu unternehmen. Ihre Unbotmäßigkeit bestand darin, dass sie einen Friedensappell unterzeichnet hatten, einen Appell zur Beendigung des Terrorkrieges, den das NATO-Militär der Türkei gegen die verbotene türkische PKK führt.
Das türkische »Komitee der Wissenschaftler für den Frieden« – eine »Bande ignoranter, dunkler Gestalten«. Sie sind die Dunklen, weil für den Frieden – der kriegführende Machthaber sieht sich als Lichtgestalt.2

Weder von der Friedensnobelpreisträgerin EU, noch aus dem Hort der Freiheit, Demokratie und Menschenrechte, Deutschland, war eine Stellungnahme zu hören oder zu lesen.
Wohl weil überall Krieg ist und weil sich daran so vortrefflich verdienen lässt – die aktuellen Zahlen beweisen es erneut.
Im Gefolge von Krieg herrscht nirgendwo Frieden, wie sich zeigt: Ex-Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Mali, Ukraine …
Um den Krieg nicht zu gefährden, wird gerüstet, in der Welt, in Europa. Deutschland rüstet, Polen, Lettland, Litauen, Estland, Ukraine, als neues NATO-Mitglied rüstet Montenegro. Schwere Waffen und 5000 US-Soldaten werden in Osteuropa und im Baltikum stationiert, am Raketenschirm wird gebaut, deutsche Soldaten stehen wieder an der Grenze Russlands. Der deutsche Außenminister zog die Meute auf sich, als er vom »Säbelrasseln« sprach. Säbelrasseln? – Krieg wird geschürt.
Wozu sonst werden die von den USA im deutschen Büchel stationierten Atomwaffen modernisiert?
Die letzte Entwicklungsphase für eine neue Version nuklearer Bomben ist vom Friedensnobelpreisträger Obama gebilligt worden. Nach Informationen des Spiegel soll die Waffe B61-12 2020 in Serienfertigung gehen und danach auch auf dem Luftwaffenstützpunkt in der Eifel stationiert werden. Bekanntlich lagern dort zehn bis zwanzig Atomsprengköpfe, für deren Einsatz die Bundeswehr »Tornado«-Kampfflieger bereit hält.3
Fünfzig solcher Nuklearsprengköpfe, B61, lagern im türkischen Incirlik, nahe der syrischen Grenze. Dort sind neben 1000 US-Amerikanern 240 Bundeswehrangehörige mit »Tornado«-Aufklärungsflugzeugen und einem Tankflugzeug im Einsatz.4
Großmanöver und Provokationen, Krieg als Mittel der Politik, politisches Abenteurertum lassen den Vorsitzenden der Münchner so genannten »Sicherheitskonferenz«, Wolfgang Ischinger feststellen: »Die Kriegsgefahr ist heute größer denn je.«5

Diese Gedankensplitter, marginal und unvollständig, lassen mich daran zweifeln, dass auch nur ein Teilchen dessen, was sich an Militarisierung der Gesellschaft in der Bundesrepublik zeigt, was im »Verteidigungspolitischen Weißbuch 2016« fixiert ist, was die Innenminister in ihrer »Berliner Erklärung« absonderten, in irgendeiner Weise den Menschen dient. Bundeswehreinsatz im Innern, Vorratsdatenspeicherung, finanzielle, materielle, personelle Stärkung der Geheimdienste, unkontrollierbare Vernetzungen, bewaffnete Hilfspolizisten, gleichgeschaltete Medien, private Notfallrüstung – vertrauensbildend ist das und vieles andere nicht.
Und ganz nebenbei sehr teuer. So werden die Kosten für die Übungsstadt in Sachsen-Anhalt statt der geplanten 115 Millionen Euro auf 140 Millionen steigen, weitere Kostensteigerungen sind zu erwarten. Die Bundeswehr baut sich einen urbanen Ballungsraum mit 520 Gebäuden, einer Altstadt, einer Hochhaussiedlung, einem Regierungs- und einem Elendsviertel, mit Industriegebiet, Kanalisation, Müllkippe, Verkehrsinfrastruktur mit U-Bahntunnel, Bahnstation, Flughafen, Straßen, Autobahnausfahrten, mit Kirche, Moschee und Friedhof, Stadtpark, Stadion, künstlichem Fluss und fünf Brücken.6 Zum Fakt fallen mir sofort sehr viele Fragen ein. Es wird der zivilen Aufmerksamkeit bedürfen, zu den Übungsabsichten und den Übenden Stellung zu beziehen.

Noch einmal Bertolt Brecht aus dem Galilei: »Gib acht, wenn du durch Deutschland kommst, die Wahrheit unterm Rock.«7

Lebensnotwendig für die Menschheit ist Frieden, dauerhafter, unanfechtbarer Frieden. Frieden schließt Nationalismus, Faschismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus aus.
Dafür am 8. Oktober 2016 in Berlin auf die Straße zu gehen, ist dringendes Erfordernis der Zeit, ein Schritt, den Gefahren zu begegnen.
»Ich hoff, die Menschheit schafft es«, lautet der Vers eines Gedichts von Peter Hacks.

Gerhard Hoffmann

1 Bertolt Brecht: Stücke. Band VIII. Aufbau-Verlag. Berlin 1957. S. 180f.
2 Vgl. RotFuchs. August 2016, S. 2.
3 Vgl. junge Welt, 13. August 2016.
4 Vgl. neues deutschland, Olaf Standke, 18. Juni 2016.
5 Vgl. RotFuchs, August 2016, S. 2.
6 Vgl. www.heise.de/tp/artikel/49/49281/1.html
7 Bertolt Brecht, a.a.O. S. 183

Termine August/September 2016

26. Juli 2016

Donnerstag, 18. August 2016, 17:00 Uhr
Thälmann Ehrenhain
Fürstenwalder Straße
Gedenken anlässlich zum
72. Jahrestag der Ermordung Ernst Thälmanns

Zum Weltfriedenstag am 1. September 2016
17.00 Uhr Friedensstele am Anger
Demonstration durch die Innenstadt Kundgebung und Friedensgebet an der Friedensglocke

Samstag, 3. September 2016, 14:00
Stadtbrücke
Kundgebung und Proteste gegen rassistischen Aufmarsch
weitere Infos ab Anfang August hier

Sonntag, 11. September 2016, 10:00 Uhr
Ehrenmal für die Opfer des Faschismus
Gedenktag und Kundgebung für die Opfer des Faschismus – Tag der Erinnerung, Mahnung und Begegnung

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